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Was ist Multiple Sklerose?
Die Multiple
Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung von Gehirn
und Rückenmark, bei der es zur Entmarkung (Demyelinisation)
bestimmter Nervenfasern kommt. Das Mark ist eine fetthaltige Schicht
um diese Nervenfasern.
Durch diese Entwicklungen kommt es im
Krankheitsverlauf zu einer verminderten Leitfähigkeit der
Nervenbahnen, wodurch die typischen Symptome wie Kribbeln, Spastiken,
Lähmung, schnelle Ermüdbarkeit sowie Sehstörungen
ausgelöst werden.
Entgegen der landläufigen Meinung
führt MS nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen. 15 Jahre nach
Erkrankungsbeginn sind (ohne Therapie) mindestens 50 % aller
Patienten noch gehfähig.
Multiple Sklerose ist nicht
ansteckend und nur selten tödlich. Weniger als 10 % der MS-Patienten
sterben an den direkten Folgen der Erkrankung bzw. deren
Komplikationen.
Ursachen von
Multipler Sklerose
Die meisten
Experten sind sich darin einig, dass eine Fehlreaktion des
körpereigenen Abwehrsystems (Autoimmunerkrankung) zur allmählichen
Zerstörung der Nervenhüllen (Myelinscheiden) führt. Dies
beeinträchtigt die Weiterleitung von Nervenimpulsen und führt somit
zu Lähmungen, sensiblen Reizerscheinungen des Körpers, häufig
Sehstörungen auf zunächst einem Auge und vielen anderen Symptomen.
Es treten auch Schädigungen der Axone auf.
Symptome bei
Multipler Sklerose
Fast immer sind es für
den Betroffenen oder auch den Hausarzt nicht sicher einzuordnende
Störungen im Sinn eines Schubes, der die Patienten erstmals in die
Praxis führt. Ein Neurologe (Nervenarzt) versucht anhand der
Krankengeschichte (Anamnese) den Krankheitsverlauf zu
rekonstruieren.
Folgenden Symptome treten im Anfangsstadium einer Multiplen Sklerose
besonders häufig auf:
- Plötzlich auftretende
Sehstörungen
- Lähmungen
verschiedener Extremitätenbereiche
- Sensible
Reizerscheinungen, von Patienten oft mit dem Satz "Es kribbelt so
komisch" beschrieben. Es können auch andere Missempfindungen, wie
z.B. ein pelziges Gefühl auftreten. Dies kann unter Umständen
sogar zu einem vollständigen Verlust des Gefühls, also zur
Taubheit einer Körperregion, führen.
- Müdigkeit
- Schwindel
- Sprachstörungen
- Blasenschwäche,
Verstopfung und andere Störungen der Harnwege und Verdauungsorgane
- Leistungsschwäche bei
erhöhter Körper- oder Aussentemperatur (Uhthoff-Phänomen)
All diese Merkmale
können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Der individuell sehr
unterschiedliche Verlauf der Multiplen Sklerose erschwert zumindest
im Anfangsstadium die Diagnose. Um den Verdacht auf eine Multiple
Sklerose zu bestätigen, sollten im Lauf des Lebens an zumindest zwei
verschiedenen Körperstellen zu mindestens zwei verschiedenen
Zeitpunkten anders nicht zu erklärende Beschwerden aufgetreten sein.
Daher auch der Name Multiple (= vielfache) Sklerose (= häufig zurückbleibenden Vernarbungen im Gehirn).
Da die Diagnose einer Multiplen Sklerose nicht immer aus der
Krankengeschichte und dem Beschwerdebild ausreichend geklärt werden
kann, sind häufig eine Reihe von Untersuchungen notwendig.
Diagnose von
Multipler Sklerose
-
Messung von
visuell evozierten Potenzialen (VEP): Am Kopf werden Elektroden
angebracht, mit denen sich die Zeit messen lässt, die das Gehirn
benötigt, um Informationen eines Bildschirmes über die Augen
aufzunehmen und zu verarbeiten.
-
Messung von
somatosensiblen evozierten Potentialen (SEP) und motorisch
evozierten Potentialen (MEP): Dabei werden bestimmte Nerven
elektrisch (SEP) bzw. bestimmte Hirnregionen magnetisch (MEP)
gereizt. Diese Untersuchungen ermöglichen eine Aussage über die
Leitfähigkeit der Nerven des zentralen Nervensystems. Treten
Störungen der Nerven-Leitfähigkeit gleichzeitig an verschiedenen
Abschnitten des zentralen Nervensystems auf, so spricht das für das
Vorliegen einer Multiple Sklerose. Die Untersuchungs-Ergebnisse
können zudem gut mit späteren Untersuchungen verglichen werden, um
den Verlauf der Multiplen Sklerose zu erfassen.
-
Die
Kernspintomographie (Magnet-Resonanz-Tomographie, MRT) liefert
detaillierte Bilder (Scans) vom Inneren des Gehirns. Ein bei dem
Verdacht der MS gern gespritztes paramagnetisches Kontrastmittel
hilft, Details, vor allem akute von alten Schädigungen abgrenzen zu
können. Charakteristisch für die MS sind mehrere runde, helle
Flecken (Läsionen). Neue Läsionen können auch nach einiger Zeit
wieder verschwinden oder kleiner werden, was vermutlich die Folge
von Reparaturprozessen im Gehirn ist.
Kernspin-Tomographie-Aufnahmen, die in grösseren zeitlichen Abständen
gewonnen wurden, helfen, den Erfolg oder Misserfolg der Therapie zu
beurteilen.
-
Liquoranalyse: Die Multiple Sklerose, aber
auch andere Krankheiten wie etwa eine Hirnhautentzündung, verraten
sich dadurch, dass bestimmte Antikörper und Eiweisse vermehrt
gebildet werden oder die Zahl und Art von Blutzellen verändert ist.
Therapiemöglichkeiten bei Multipler Sklerose
Es gibt im
wesentlichen drei Strategien der Krankheitsbehandlung:
| 1. |
Akute
Schübe lassen sich durch die Gabe von entzündungshemmendem
Kortison und seiner Abkömmlinge mindern und abkürzen. Je
nachdem, welche Störungen oder Behinderungen aufgetreten sind,
wird der Arzt auch Medikamente verschreiben, welche einzelne
Symptome gezielt bekämpfen. Dazu gehören muskelentspannende
Medikamente, Antidepressiva bei Depressionen und Angst,
Anti-Epileptika bei Krampfanfällen und Schmerzmittel. Es gibt
auch Mittel gegen Blasenstörungen. |
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| 2. |
Physiotherapie, Krankengymnastik und eine gesunde Ernährung
helfen im Umgang mit der Krankheit. Fordern, aber nicht
überfordern, heisst die Devise. Experten raten deshalb zu
regelmässiger körperlicher Betätigung (Schwimmen, Gymnastik,
Tretrad), auch bei Patienten mit fortgeschrittener MS.
Mit zunehmender Behinderung wird die emotionale Unterstützung
durch Familie, Freunde und Pfleger immer wichtiger. Nicht selten
treten ernsthafte Depressionen auf, die mit Medikamenten
und/oder Psychotherapie behandelt werden müssen.
Die
Feldenkrais Methode® kann dazu beitragen, dass Nervenbahnen
stimuliert und reaktiviert werden, so dass der Krankheitsverlauf
verlangsamt, gestoppt und umgekehrt werden kann.
(Buchempfehlung: Sonja Wierk -
Dem Leben wiedergegeben, 2002) |
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| 3. |
Es gibt
mehrere Medikamente, die das veränderte Immunsystem günstig
beeinflussen können und dadurch den Krankheitsverlauf bei
schweren Formen der MS abbremsen können.
Fachgesellschaften raten Patienten zu einem möglichst
frühzeitigen Einsatz dieser einem Schub vorbeugender Massnahmen,
wenn die Diagnose eindeutig ist und es mindestens zwei
funktional relevante Schübe in den letzten beiden Jahren oder
einen schweren Krankheitsschub mit schlechter Prognose gegeben
hat .
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Nach:
netdoktor.de u.a.
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