Multiple Sklerose (MS)

Die Feldenkrais Methode® kann dazu beitragen, dass Nervenbahnen stimuliert und reaktiviert werden, so dass der Krankheitsverlauf verlangsamt, gestoppt und umgekehrt werden kann.
(Buchempfehlung: Sonja Wierk - Dem Leben wiedergegeben, 2002)


Was ist Multiple Sklerose?
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark, bei der es zur Entmarkung (Demyelinisation) bestimmter Nervenfasern kommt. Das Mark ist eine fetthaltige Schicht um diese Nervenfasern. Durch diese Entwicklungen kommt es im Krankheitsverlauf zu einer verminderten Leitfähigkeit der Nervenbahnen, wodurch die typischen Symptome wie Kribbeln, Spastiken, Lähmung, schnelle Ermüdbarkeit sowie Sehstörungen ausgelöst werden.

Entgegen der landläufigen Meinung führt MS nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen. 15 Jahre nach Erkrankungsbeginn sind (ohne Therapie) mindestens 50 % aller Patienten noch gehfähig.

Multiple Sklerose ist nicht ansteckend und nur selten tödlich. Weniger als 10 % der MS-Patienten sterben an den direkten Folgen der Erkrankung bzw. deren Komplikationen.

Ursachen von Multipler Sklerose
Die meisten Experten sind sich darin einig, dass eine Fehlreaktion des körpereigenen Abwehrsystems (Autoimmunerkrankung) zur allmählichen Zerstörung der Nervenhüllen (Myelinscheiden) führt. Dies beeinträchtigt die Weiterleitung von Nervenimpulsen und führt somit zu Lähmungen, sensiblen Reizerscheinungen des Körpers, häufig Sehstörungen auf zunächst einem Auge und vielen anderen Symptomen. Es treten auch Schädigungen der Axone auf.

Symptome bei Multipler Sklerose
Fast immer sind es für den Betroffenen oder auch den Hausarzt nicht sicher einzuordnende Störungen im Sinn eines Schubes, der die Patienten erstmals in die Praxis führt. Ein Neurologe (Nervenarzt) versucht anhand der Krankengeschichte (Anamnese) den Krankheitsverlauf zu rekonstruieren.

Folgenden Symptome treten im Anfangsstadium einer Multiplen Sklerose besonders häufig auf:

All diese Merkmale können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Der individuell sehr unterschiedliche Verlauf der Multiplen Sklerose erschwert zumindest im Anfangsstadium die Diagnose. Um den Verdacht auf eine Multiple Sklerose zu bestätigen, sollten im Lauf des Lebens an zumindest zwei verschiedenen Körperstellen zu mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten anders nicht zu erklärende Beschwerden aufgetreten sein. Daher auch der Name Multiple (= vielfache) Sklerose (= häufig zurückbleibenden Vernarbungen im Gehirn).

Da die Diagnose einer Multiplen Sklerose nicht immer aus der Krankengeschichte und dem Beschwerdebild ausreichend geklärt werden kann, sind häufig eine Reihe von Untersuchungen notwendig.

Diagnose von Multipler Sklerose

Therapiemöglichkeiten bei Multipler Sklerose
Es gibt im wesentlichen drei Strategien der Krankheitsbehandlung:

1. Akute Schübe lassen sich durch die Gabe von entzündungshemmendem Kortison und seiner Abkömmlinge mindern und abkürzen. Je nachdem, welche Störungen oder Behinderungen aufgetreten sind, wird der Arzt auch Medikamente verschreiben, welche einzelne Symptome gezielt bekämpfen. Dazu gehören muskelentspannende Medikamente, Antidepressiva bei Depressionen und Angst, Anti-Epileptika bei Krampfanfällen und Schmerzmittel. Es gibt auch Mittel gegen Blasenstörungen.

2. Physiotherapie, Krankengymnastik und eine gesunde Ernährung helfen im Umgang mit der Krankheit. Fordern, aber nicht überfordern, heisst die Devise. Experten raten deshalb zu regelmässiger körperlicher Betätigung (Schwimmen, Gymnastik, Tretrad), auch bei Patienten mit fortgeschrittener MS.

Mit zunehmender Behinderung wird die emotionale Unterstützung durch Familie, Freunde und Pfleger immer wichtiger. Nicht selten treten ernsthafte Depressionen auf, die mit Medikamenten und/oder Psychotherapie behandelt werden müssen.

Die Feldenkrais Methode® kann dazu beitragen, dass Nervenbahnen stimuliert und reaktiviert werden, so dass der Krankheitsverlauf verlangsamt, gestoppt und umgekehrt werden kann. (Buchempfehlung: Sonja Wierk - Dem Leben wiedergegeben, 2002)

3. Es gibt mehrere Medikamente, die das veränderte Immunsystem günstig beeinflussen können und dadurch den Krankheitsverlauf bei schweren Formen der MS abbremsen können.
Fachgesellschaften raten Patienten zu einem möglichst frühzeitigen Einsatz dieser einem Schub vorbeugender Massnahmen, wenn die Diagnose eindeutig ist und es mindestens zwei funktional relevante Schübe in den letzten beiden Jahren oder einen schweren Krankheitsschub mit schlechter Prognose gegeben hat.

Nach: netdoktor.de u.a.