Fibromyalgie
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Was ist Fibromyalgie?
Die Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung. Sie ist gewissermassen die Summe von morphologischen schmerzbedingten Veränderungen am Nervensystem, einem Absinken der Schmerzschwelle unter der abnehmenden körperlichen Aktivität und einem Verlust der psychosozialen Kompetenz.
Ursachen einer Fibromyalgie
Die genauen Ursachen einer Fibromyalgie sind bisher nicht bekannt. Diskutiert wird derzeit als Ursache vor allem eine zu einem früheren Zeitpunkt durchlebte Infektionskrankheit (etwa eine Streptokokken-Infektion), die selbst zwar überwunden ist, jedoch zu einer Schädigung bzw. Fehlfunktion des Immunsystems geführt hat.
Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi kann in allen Stadien der Erkrankung Symptome ähnlich einer Fibromyalgie verursachen. Dies sind insbesondere Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. In der Fachliteratur wird das Vorkommen dieses Borreliose-Syndroms mit 15 bis 50 % für die Spätphase bzw. das chronische Stadium angegeben. Deshalb ist vor der Diagnosestellung Fibromyalgie die Abklärung einer Borreliose notwendig.
Die Fibromyalgie ist keine entzündlich-rheumatische Erkrankung im eigentlichen Sinne, da die entsprechenden Laborwerte unauffällig sind. Diskutiert wird auch auf Grund der häufig anfänglich grippalen Symptome wie beim Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) eine möglicherweise infektiöse Ursache (postvirale Fibromyalgie).
Symptome der Fibromyalgie
Es handelt sich um eine chronische Krankheit des Gelenk- bzw. Bewegungsapparates mit Beteiligung des Stoffwechsels:
- Schmerzen in allen Körperbereichen, insbesondere bei Belastung
- allgemeine Schwäche
- Schlafstörungen
- Konzentrationsstörungen
- chronische Erschöpfung
- tiefgreifende Funktionsstörungen
- erheblich verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
- körperliche, geistige, aber auch emotionale Belastungen erfordern unnatürlich lange Erholungsphasen
Organ- und Gewebeschäden sind bisher nicht nachweisbar, obwohl massive Störungen in der Funktion der inneren Organe auftreten können, insbesondere zu Beginn der Erkrankung. Die Fibromyalgie kann plötzlich auftreten, z.B. nach einer grippeähnlichen Erkrankung, aber auch schleichend.
Die Krankheit verläuft häufig in Wellen und Schüben und befällt in diesen typischerweise unterschiedliche Körperbereiche. Die einzelnen Schübe und akuten Phasen folgen keinem bestimmten Muster und sind deshalb nur schwer vorherzusehen. Sie treten jedoch besonders häufig nach akuten Infektionskrankheiten auf (Grippe, Lungenentzündung o.ä.).
Zu einer krankheitsbedingten Zerstörung der Knochen - wie etwa bei einer rheumatoiden Arthritis - kommt es durch die Fibromyalgie selbst in der Regel nicht, jedoch kann die teilweise massive Bewegungseinschränkung zu Kapselschrumpfungen und anderen irreparablen Folgen im Gelenkapparat führen.
Diagnose einer Fibromyalgie
Die Diagnose einer Fibromyalgie gestaltet sich recht schwierig, da sowohl Röntgenbilder wie auch Laborwerte keinen eindeutigen Aufschluss geben. Meist werden so genannte "tender points" (= 18 Druckpunkte, von denen 11-12 auffällig reagieren sollten) für eine Differentialdiagnose zur Hilfe genommen. Oft wird die Diagnose erst nach 8-10 Jahren gestellt, so dass es bereits zu einem Vollbild der Erkrankung gekommen ist, bevor der Patient angemessen therapiert wird.
Fibromyalgie-Patienten haben aufgrund der problematischen Diagnose oft Schwierigkeiten, trotz völliger Arbeitsunfähigkeit und teilweise sogar Pflegebedürftigkeit, als arbeitsunfähig anerkannt zu werden, was nicht selten zu grossen sozialen bzw. finanziellen Schwierigkeiten führt.
Die Krankheit ist nicht tödlich, kann jedoch zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.
Therapiemöglichkeiten bei Fibromyalgie
Der Krankheitsverlauf kann kurz sein und spontan ausheilen, er kann sich aber auch über Jahrzehnte hinziehen.
Die Heftigkeit der Symptome und der daraus folgenden gesundheitlichen Einschränkungen ist individuell verschieden, in schweren Fällen aber lebensbestimmend bzw. stark einschränkend, bis hin zur dauernden Bettlägerigkeit.
Typisch sind "Patientenkarrieren", d.h. die Betroffenen haben bis zur Diagnosestellung eine Vielzahl von Ärzten besucht und viele verschiedene, teilweise überflüssige diagnostische und therapeutische Massnahmen hinter sich.
Es gibt bisher keine kausale Therapie. Es besteht die Gefahr des Medikamentenmissbrauchs und der Sucht. Ein Behandlungskonzept ist heute die multimodale Therapie entsprechend den Erkenntnissen der modernen Schmerzforschung. Diese beinhaltet als simultane Massnahmen:
- eine ausreichende schmerzlindernde Therapie
- eine systematische Belastungssteigerung durch Sport-Therapie
- eine psychologische Begleittherapie
- eine weitestgehende Rückübernahme der sozialen Verantwortung in Familie und Beruf
- Krankengymnastik, sofern diese überhaupt noch möglich ist angesichts der bereits eingetretenen Gelenkversteifungen bzw. des teilweise erheblichen Schmerzpegels
Nach: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

